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Töchterinstitut und Lehrerinnnenbildungsstätte
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Töchterinstitut und Lehrerinnenbildungsstätte Die ersten «Statuten der weiblichen Erziehungsanstalt zu Olsberg» verfasste Pfarrer Josef Anton Müller von Rheinfelden. Er stand auch dem Institut bis 1825 als Direktor vor. Unter seiner Leitung sorgten drei bis sechs Frauen für die bestmögliche Bildung der weiblichen Jugend. «Aargauische Töchter werden für ihre hausmütterliche Bestimmung oder auch nach Umständen zum Berufe von Lehrerinnen gebildet» lautete das Ziel der Anstalt. Im Maximum wurden 30 Töchter, zwischen 12 und 15 Jahre alt, aus allen Landesteilen und aus dem Ausland aufgenommen. Die Mädchen mussten lesen und schreiben können, gesund sein und über einen guten Leumund verfügen. Die zahlenden Töchter hatten lediglich eine schriftliche Anmeldung an den Schulrat zu richten. Bewerberinnen für die Freiplätze hingegen mussten eine Prüfung ablegen. Die Olsberger Schülerin hatte beim Eintritt eine komplette Bettausstattung, eine umfangreiche Garderobe, Geschirr und vieles andere mehr mitzubringen. Über Lehrziel, -mittel und -methode sind wenig zuverlässige Angaben vorhanden. Haussprache war Französisch. Daneben blieb die Muttersprache eher vernachlässigt. In den übrigen Fächern verlangte man viel Gedächtnisarbeit oder übte direktes Beobachten in der Natur. Einmal monatlich legte jede Schülerin vor dem Direktor und der Stiftsoberin eine Prüfung ab. Die Hauptprüfung vor versammeltem Schulrat fand am Ende des Schuljahres statt. Anschliessend traf man sich zu einem festlichen Mahl und einer Feier mit Tanz. Für die Mädchen bedeutete der Aufenthalt in Olsberg eine harte Zeit. Der Tagesablauf be-gann im Sommer um fünf Uhr, im Winter eine halbe Stunde später. Vor dem Frühstück war Zeit für Schulvorbereitung, Betrachtung oder Gottesdienst angesetzt. Der Schulunterricht dauerte von acht bis zwölf Uhr und nachmittags von halb zwei bis gegen halb acht Uhr. Das Mittagessen bestand aus Fleischsuppe, Rindfleisch, Gemüse und einem Glas Wein. Nach reichlichem Nachtessen folgte eine Aufgabenstunde, ehe man um neun Uhr zu Bett ging. Diese straffe Tagesordnung wurde nur an Donnerstagen und Sonntagen unterbrochen. Aus-gedehnte Wanderungen füllten die Donnerstagnachmittage aus. Der Schulrat bewilligte schliesslich einen Wagen mit Bänken für gemeinsame Ausfahrten. Der Sonntag war mit Besuch des Gottesdienstes, Briefeschreiben, Musizieren und Lesen ausgefüllt. Nach dem politischen Niedergang des Adels im Aargau fuhr die Presse über das Olsberger-Idyll her. Im Grossen Rat kam es zu gehässigen Ausfällen, als über die Frage der Ausbildung der weiblichen Lehrkräfte beraten wurde. Die Idee, in Olsberg ein kantonales Lehrerinnen-seminar einzurichten, zerschlug sich. Am 19. März 1835 schlossen sich die Tore des Instituts. Eine umfassende Verteidigungsschrift zur Wiederherstellung der Schule vermochte den Entscheid nicht mehr umzustossen. Ungeachtet der Beschlüsse des Grossen Rates versuchte die Zugerin Josephine Stadlin das Töchterinstitut auf privater Basis wieder aufleben zu lassen. Die Eröffnung erfolgte im Juni 1839. Das Ziel war die Erziehung des gebildeten Bürgerstandes «vorzugsweise durch und zur Religiosität». Die Aufnahme stand grundsätzlich allen Mädchen offen, die den hohen Pensionspreis bezahlen konnten. Die drei Jahre dauernden Kurse setzten dort ein, wo eine gute obere Elementarklasse aufhörte. Beim Eintritt war ein umfassendes Inventar mitzubringen: (Mit Waschtüchern und Weisszeug sollte jede Tochter für drei Monate versehen sein, da nur alle Vierteljahr grosse Wäsche ist.» Ferien kannte man nicht. Einzig an Ostern und über die Weihnachtstage wurden die Lehrkurse unterbrochen. Warum Josephine Stadlin das Institut in Olsberg bereits 1841 wieder aufgab, ist uns nicht bekannt. |
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